Samstag, 30.05.2015

An so Tagen wie gestern wird mir klar wie sehr ich Griechenland vermissen werde und wie gut es mir hier eigentlich geht:

Der einzige feste Termin, den ich hatte, war eine Prüfung am Freitag um 17.30.

Also bin ich am Donnerstag raus gegangen auf ein paar Bierchen mit Freunden (wie fast jeden Tag), und natürlich war ich nicht vor 3 uhr nachts zuhause. Freitag morgen um 11 hat der Wecker geklingelt und ich habe angefangen für die Prüfung zu lernen. Die paar Stunden haben auch gereicht, da der Stoff wirklich nicht so umfangreich war.

Die Prüfung war ganz ordentlich und wurde dadurch noch besser gemacht, dass die Professorin nachher zu uns sagte, dass das Fach ja so schwer sei und wir ja sowieso Erasmus-Studenten sind. Deshalb bekommt keiner eine schlechtere Note als 2,0. Damit kann man Leben!

Nach der Prüfung ging es zum gratis Abendessen in die Mensa, danach gratis ins Fitnessstudio zum Laufen und Workout. Zufällig stand, als ich gerade gehen wollte, das Halbfinale der Unimeisterschaften im Volleyball an. Das musste ich mir auch noch gönnen und es war auch qualitativ ein echt gutes Spiel, wobei leider die Mannschaft, in der einige meine Freunde spielen, verloren hat.

Weil wir plötzlich alle so Bock auf Volleyball bekommen haben, haben wir dann für knapp zwei Stunden noch selbst aus Spaß auf dem Feld gespielt bis halb 11 abends. 

Auf dem Heimweg musste ich am Unigelände vorbei und habe Musik gehört. Da hat doch tatsächlich gerade ein Rockkonzert von einer Uniband angefangen, was ich mir dann auch noch ne Stunde lang angehört habe.

Dann ging es zum Duschen nach Hause, auf dem Weg gabs noch ein großes belegtes Baguette für 2€ und ne halbe Pizza für 1,50 €.

Gegen 1 Uhr nachts hab ich mich mit meinen Erasmus-Leuten zum Bierchen getroffen und später sind wir zusammen zur Party auf dem Unigelände (wie jeden Freitag) gegagen. Als gegen 6 Uhr die Sonne aufging sind wir alle erschöpft nach Hause und konnten heute genüsslich ausschlafen.

Das nenne ich mal Leben!

Dienstag, 26.05.2015

So auch von mir mal wieder ein Lebenszeichen:

 

Inzwischen ist es hier Sommer geworden, mit über 30° und allem was dazu gehört. Mir persönlich ist das ja schon wieder zu warm :)

Nachdem meine Eltern weg waren ging es für mich und 18 Freunde übers griechische Ostern eine Woche nach Korfu. Dprt haben wir uns eine Villa gemietet, die zwar ein Gebäude war, aber in vier individuelle Häuser aufgeteilt war. Also hatten wir vier Küchen, acht Badezimmer, einen großen Garten, einen Pool, nen Supermarkt nebendran und bei Bedarf auch einen Grill.

Erwischt haben wir da zum Glück die ersten warmen Tage des Jahres sodass die meisten Tage wie folgt aussahen: Aufstehen, Frühstück, an den Pool gehen und den Tag genießen, Abendessen. Danach ging es manchmal noch an den 300m entfernten Strand für ein spotanes Lagerfeuer. Das Resultat war, dass fast alle von uns am Anfang verbrannt, am Ende aber total braun waren und das schon im April. Und nun das beste: Bezahlt haben wir für 7 Nächte in der Villa pro Person insgesamt ca 40 Euro – Nebensaison und nette Vermieter halt.

An einem Tag sind wir mit gemieteten Autos auch mal etwas über die Insel gefahren. Einfach nur daherzufahren und die Landschaft anzugucken ist schon traumhaft genug. Es gibt nur sehr wenig bebaute Flächen dort und die Natur auf Kreta hat einfach etwas natürlich schönes. Am Abend waren wir dann sogar auf einem traditionellen Fest in einem Kloster auf dem Gipfel eines Berges. Man konnte sich das ganze Kloster angucken, Essen und tanzen. Dann gab es sogar organisierte Volkstänze von einer Gruppe Griechen in traditionellen Kostümen, was nach dem offiziellen Programm in einen riesigen Tanz fast aller Anwesenden ausartete. Feiern können die Griechen schonmal. Danach ging es wieder für ein paar Tage an den Pool zurück :)

Der Urlaub war einfach nur perfekt zum entspannen und einfach nur den Sommer genießen. Mehr Nichtstun geht glaube ich nicht mehr und genau so muss es ja manchmal sein.

 

In den folgenden zwei Wochen ist nicht wirklich viel passiert. Da habe ich dann das übliche Studentenleben gelebt (ca vier mal die Woche abends ausgehen und nebenbei ein paar Vorlesungen besuchen). Allerdings immer mit der Gewissheit, dass schon bald die Klausurenphase beginnen würde. Aber da die noch locker drei Wochen weg war hat mich das relativ wenig gekümmert. Außerdem hat es irgendwie wieder angefangen ein paar tage zu regnen, was mich schon ziemlich genervt hat, schließlich bin ich nach Griechenland gekommen um richtig schön zu schwitzen!

 

Anfang Mai ging es dann los auf ein Event, von dem alle schon seit Oktober reden: Dem 'Kreta-Trip'. Dieser wurde organisiert von Erasmus-Verantwortlichen aus ganz Griechenland und war letzendlich ein Kurzurlaub, für den sich jeder Eramus Student einer griechenischen Uni anmelden konnte. Also sind ca 650 Studenten aus allen Teilen Griechenlands (ca. 150-200 aus Thessaloniki) zusammen nach Kreta gefahren/geflogen um dort vier erlebnisreiche Tage zu verbringen. Un ja, eure erste Vermutung trügt nicht: Dieser Trip war wesentlich feuchtfröhlicher als der Urlaub auf Korfu :). Die Hinfahrt war für uns allerdings schon anstrengend genug, da wir erst mit dem Bus von Thessaloniki nach Athen kutschiert wurden, und danach mit der Fähre nach Kreta übergesetzt haben. Reisedauer von Haustür zu Hotel: 23 Stunden. Anstrengend!

Zum Ausruhen war allerdings keine Zeit, da das Programm direkt los ging und wir an einen Strand gefahren sind um alle zusammen etwas Kraft zu tanken und zuentspannen, bevor es am Abend eine Party in einer Beachbar gab. Die nächsten Tage ging es zum Palast von Knossos, zu einer anderen Strandbar, zum Pool und schließlich auch mit einem Partyboot auf eine weiter entfernte, kleine Insel. Diese war ohne Fähre gar nicht zugänglich und somit auch paradiesisch schön.

Als der Trip vorbei war musste ich erstmal zwei Nächte lang je 14 Stunden schlafen (Vorher 5 Nächte lang durchschnittlich 3-4 Stunden Schlaf) und alles Erlebte verdauen.

 

Nun befinde ich mich also mitten in besagter Klausurenphase. Zwei Prüfungen schon absolviert und eine Hausarbeit inklusive Präsentation fertig, stehen immerhin noch zwei Hausarbeiten und 5 Klausuren an bevor ich mitte Juni endlich fertig bin. Natürlich beiße ich mir im Moment in den Arsch, dass ich bei über 30° jeden Tag stundenlang lernen muss, und dafür damals als es so viel geregnet hat gar nichts getan hab, aber so ist es doch jedes Semester oder?

 

Als sehr schöne Abwechslung kamen am letzten Wochenende meine lieben Schwestern zu Besuch. Am Freitag morgen kam Britta per Nachtzug aus Athen an, dann sind wir nach ein paar Stündchen Schlaf zu einer Outlet-Mall in die Nähe vom Flughafen gefahren und haben ein bisschen geshoppt. Am Nachmittag ist dann Anke gelandet und nach einem Stadtrundgang ging es ab in eine Taverna mit griechischer Livemusik. Nach der Taverna ging es weiter zu DER Erasmus-Kneipe, wo Anke und Britta gefühlte 1000 Erasmus-Leute kennen lernen konnten. Britta war nach den vorherigen Tagen noch sehr fertig, sie ist dann gegen 2 ins Bett, und Anke und ich sind noch weiter zur Uniparty gegangen. Die findet jeden Freitag auf dem Campus statt und hat vier verschiedene Bühnen mit jeweils eigenen Musikrichtungen.

Samstag morgen ging es mit einem gemieteten Auto an einen schönen Strand nach Chalkidiki, wo allerdings Anke und ich fast ausschließlich gepennt haben. Abends dann wieder in eine Taverna, danach auf einen bekannten Studentenplatz wo hunderte griechischer Studenten ihre Abende verbringen und danach in die Partystraße. Anke und Britta hat das sehr beeindruckt, für mich war es schon Realität und ziemlich normal :).

Am Sonntag ist Anke dann zurück geflogen, von Montag bis Donnerstag war Britta in Bulgarien (Sofia und Plovdiv – das könnt ihr alles in ihrem Blog nachlesen). Donnerstag Abend ging es dann mit Britta in das Casino in Mazedonien, bevor sie am Freitag nach Kreta abgeflogen ist.

 

Nun bin ich jeden Tag am lernen und muss gucken dass ich alles fristgerecht hinbekomme, das sollte aber schon klappen. Samstag steht dann DAS Spiel der Spiele an und ich kann in ganz Thessaloniki für nichts garantieren falls das Ergebnis zu gut oder zu schecht ist :)

 

Am Sonntag kommt Alex für eine Woche an und dann wird ihm mal gezeigt wie es sich hier in Thessaloniki als Erasmus Student so lebt.

 

Das wars fürs erste. Nun dürft ihr euch durch die Bilder klicken (Erst Korfu und dann Kreta) und ein bisschen Sommer mitnehmen :)

 

 

 

 

Mittwoch, 08.04.2015

Wieder sind sechs Wochen rum, angefühlt hat sich das wie zwei oder drei Wochen.

 

Nach meinem letzten Eintrag gingen hier die Vorlesungen wieder los. In der ersten Zeit hat meine Universität dann wieder diverse Jubelschreie ausgelöst, wenn zum Beispiel der Vorlseungsplan drei mal in der Woche geändert wird (und das in zwei aufeinanderfolgenden Wochen), oder sich Vorlesungszeiten eine Stunde vor Beginn der Vorlseung ändern. Oder wenn der Professor seine Vorlesung auf 8 Uhr morgens legt und dann einfach nicht auftaucht. Oder wenn von uns erwartet wird dass wir bestimmte Grundlagen kennen, die eigentlich in diesem Semester gelehrt werden sollen. Oder wenn eine Vorlseung einfach ganz wegfällt und dafür zwei neue kommen. Diese Liste könnte ich ewig weiterschreiben, aber ich denke jeder kann sich nun die Ordnung und bürokratische Korrektheit der Uni zu Semesterbeginn vorstellen.

Im Ergebnis ist die einzige Sekretärin hier hoffnungslos überfordert und launisch auf einem konstanten Dauertief.

Leider ist die Qualität meiner Vorlesungen dieses Semester dann auch noch etwas schlechter als im letzten Semester, sodass Studieren hier nur noch begrenzt Spaß macht. Durchkommen werde ich schon, aber leider halt nicht mehr mit so viel Aufmerksamkeit und Arbeitsbereitschaft wie im letzten Semester. Dafür belege ich zwei extra Vorlesungen, die ich dann in Deutschland nicht mehr besuchen muss. Die Klausurenphase ist hier Ende Mai, da habe ich vier schriftliche Klausuren und insgesamt 60 Seiten an Hausarbeiten einzureichen, also eine Menge Spaß :)

 

Ansonsten erinnere ich mich noch gut daran, im letzten Eintrag geschrieben zu haben, dass ja nun Ende Februar ist und folglich der Sommer kommt. Pustekuchen, war ein ganz großer Scherz. In den letzten Wochen gab es endlos viel Regen, teilweise ging es nachts fast bis zum Gefrierpunkt runter und tagsüber waren es selten über 10 Grad. Und das im März/April in Griechenland. Spricht man mit Einheimischen darüber, hört man stets dass das der kälteste und nasseste März seit Jahrzenten ist und es dieses jahr völlig verrückt sei. Tja, sogar der Wettergott will, dass ich mich wie zuhause fühle.

Dafür kommt es angeblich in den nächsten Wochen so langsam in sommernahe Temperaturen. 15-20 Grad sind schon manchmal drin, und ab jetzt geht es angeblich nur noch aufwärts. Ich kann da nur hoffen und betonen, dass es auch endlich Zeit wurde.

 

Letzte Woche hatte ich das Vergnügen, meinen Eltern einen Einblick in die Stadt und mein Leben zu geben. Die ersten zwei Tage hat es natürlich geregnet, aber danach hatten wir echt Glück mit dem Wetter. Also gab es eine Woche lang viel Sightseeing, viele Museen und verdammt viel griechisches Essen. Für mich war er wirklich schön mal aus dem Alltag hier raus zu kommen und die Stadt präsentieren zu können, der spezielle Bonus war dann das vorzügliche Essen jeden Abend und natürlich meine Eltern mal wieder zu sehen. An einem Tag sind wir sogar mit einen Mietwagen knapp 1,5 Stunden nach Chalkidiki gefahren. Das ist eine Landzunge, auf der wir im Sommer 2005 (?) schon einmal Familienurlaub im All-inclusive-Hotel gemacht haben. Dort haben wir schließlich einen sehr leeren Strand gefunden und die zwei mutigen Männer sind mit mehr oder weniger viel Vergnügen ins kalte Wasser gesprungen. Immerhin habe ich mein im September gestecktes Ziel erreicht: Im März baden gehen. Am Strand selbst war es aber herrlich, da wir durch eine Mauer windgeschützt und von der Sonne gut bestrahlt wurden. Danach sind wir noch in ein Touridorf dort gefahren, was allerdings absolut tot war, weil neben der Saison wirklich gar nichts los ist dort.

 

Letzten Samstag war ich mit einem griechischen Kumpel beim Fußballspiel von ARIS Thessaloniki. Der Verein hat eine enge Fanfreundschaft mit dem BVB, sodass ich mit dem BVB Trikot sehr beliebt war und für viele Bilder posieren durfte. Für die Karte musste ich auch nichts zahlen, da ich mit meinem Kumpel rein gegangen bin und er einfach zum Ordner meinte: „Er gehört zu mir, er kommt mit rein!“ - So einfach geht das.

Also stand ich mittem im Fanblock, zwischen Trommeln und Bengalos und habe wegen dem Rauch fünf Minuten nix gesehen. Die Atmosphäre und die Stimmung waren aber großartig und dort habe ich mich zum ersten mal wirklich mehr als Fan gehfühlt und nicht als Touri. Von den Sprechgesängen habe ich zwar kaum was verstanden, aber dafür jetzt einen der wichtigsten auswendig gelernt, den ich nächstes mal mitsingen kann. Wieder ist mir hier aber ein krasser Unterschied zum deutschen Fußball aufgefallen. Während die meisten deutschen Ultrafans vor dem Spiel endlos Alkohol trinken, zwei Stunden vor dem Anpfiff ins Stadion gehen und weiter trinken, geht man hier etwa 30 Minuten vor Anpfiff rein. Anstatt Alkohol werden hier leider übermäßig andere Drogen vor dem Spiel konsumiert, sodass es manche sehr unschöne Anblicke im Stadion gibt. Was einem lieber ist muss jeder für sich selbst ausmachen – für mich war es beides, arg gewöhnunsbedürftig und trotzdem interessant und sehenswert.

 

Im Moment ist hier in der Stadt generell gar nicht so viel los, weil die Griechen Ostern eine Woche nach uns feiern. Also sind zwei Wochen Ferien, in denen die Erasmus Leute entweder nach Hause oder auf diverse Trips fahren, und die griechischen Studenten zu ihren Familien auf die Dörfer zurück kehren. Die letzten da gebliebenen Leute nutzen die Zeit zum entspannen, Geburtsag feiern und leider auch zum Hausarbeiten schreiben. Nächste Woche geht es mit einer 15-er Gruppe für sechs Tage nach Korfu, wo wir ein großes Anwesen für einen Spottpreis gemietet haben und eine Woche am eigenen Pool und am Meer die Seele baumeln lassen.

 

Hier ist übrigens ein Artikel den meine Mitbewohnerin geschrieben hat. Er handelt von dem Leben als deutscher Student in Griechenland. Es ist zwar etwas verschönert und positiv beschrieben, aber im Grundsatz zu 100% wahr und echt lesenwert :)

Welt-Online Artikel

 

 

Bilder gibt es dieses mal leider nur wenige, weil kaum etwas passiert ist. Die paar Bilder im Angebot sind vom Besuch der Eltern, von abendlichen Zusammenkünften, von guter und schlechter Laune in den Vorlesungen, von Partys mit einem gefundenen Hut, von Vorlesungen von Mitstudenten morgens um fünf (nach einer Party im Unigebäude, bei der ein Vorlesungssaal nicht abgeschlossen war), und von dem Genuss einer kalten Pizza am morgen nach dem Feiern :)

 

Mittwoch, 25.02.2015

Wieder mal habe ich Zeit gefunden hier etwas zu aktualisieren:

 

Das erste große Event seit dem letzten Eintrag war meine Reise nach Istanbul. Dort habe ich Axel besucht, der mit mir in Bremen studiert und der auch im Dezember bei mir war. Mit einer 12-stündigen Bustortur ging es über die Grenzen um morgens um 7 den Tag zu beginnen.

Die nächsten Tage waren geprägt von einem totalen Touri-Programm. Zwei große Paläste haben wir gesehen, zwei Moscheen (unter anderem die Hagia Sofia), eine alte Zysterne, einige Sultangräber, den großen Bazaar, den Gewürzbazaar, einige Stadteile und natürlich den Bosphorus vom Boot aus. Der Gesamteindruck war beeindruckend. Die ganze Lebensweise in Istanbul ist anders als ich es von unseren Großstädten gewohnt war. Zum einen sind die Menschen viel konservativer und religiöser. Man muss deutlich mehr auf sein Verhalten achten und hat sich (besonders im asiatischen Teil) vernünftig zu benehmen. Zum anderen gibt es dort einfach SO viele Menschen, dass man sich praktisch permanent in einer Menschenmasse befindet und teilweise einfach nur ein bisschen Platz braucht.

Vor, nach und beim Sightseeing hat mir Axel diverse türkische Gerichte gezeigt die man sonst so gar nicht kennt. Mit einer großen Portion Skepsis habe ich alle kulinarischen Herausfordrungen gemeistert und war durchgehend positiv überrascht. Türkisches Essen ist einfach verdammt lecker und auch richtig preiswert, daran könnte man sich gewöhnen. Die Moscheen und Paläste waren für meinen Geschmack zu pompös. Alles war voller Gold, Gemälde und einfach von Dimensionen die jeglichen Vernunft übersteigen.

Sowieso war die ganze Stadt wirklich gigantisch groß. Bei unserer Bosphorus-Tour sind wir in eine Richtung über eine halb Stunde geschippert ohne das Ende der Stadt zu sehen. Das gleiche gibt es scheinbar auch in allen anderen Richtungen, sodass es eine Ewigkeit dauern würde überhaupt mal alles auch nur aus der Entfernung zu sehen.

Alles in allem war es sehr gut jemanden mit Ortskenntnis dabei zu haben um nicht nur in den Touristengebieten herumzulaufen, wo man onehin aufpassen muss und bestimmt nicht den ganzen Flair von Istanbul mitbekommt.

Am Freitagabend sind wir dort zu einer Erasmus Party gegangen, wo ich mich abwechselnd als Grieche und Deutscher ausgegeben habe und mal selber neuer Student in Istanbul war, mal nur zu Besuch und mal irgendwas dazwischen :)

Danach ging es zurück nach Thessaloniki, wo ich endlich wieder ein bisschen Platz, Zeit und Ruhe für mich hatte. Allerdings nicht allzu lange, weil ich zwei Tage nach meiner Rückkehr auch schon umziehen musste.

 

Meine neue Wohnung hat nun eine absolut perfekte Lage in der Mitte der Stadt. Zu unserer Stammkneipe sind es 50m, zu diversen Läden und Restaurants noch weniger. Mein neues Zimmer ist auch deutlich größer als mein altes und die Küche ist mit mehr ausgestattet als 2 Löffeln, 2 Gabeln und 2 Messern, sodass man sie tatsächlich benutzen kann. Meine Mitbewohnerinnen sind eine Deutsche und ein Italiernerin die beide schon seit einem halben Jahr hier sind und bislang klappt das super. Nach dem Einzug mussten wor erstmal einen Grundputz vornehmen, weil die Wohnung vorher wie sau aus sah und praktisch alls Müllhalde benutzt wurde von den drei Kerlen die vorher hier gewohnt haben. Mittlerweile ist es aber echt gemütlich und ein wahrer Glücksgriff. Ich warte nur noch auf den Mietvertrag...

 

Seit dem Einzug kamen auch jeden Tag mehr und mehr neue Erasmus Studenten und sammelten sich jeden Tag beim altbekannten „DrinkGo“. Da ich nun praktisch da wohne war ich jeden Abend da um zu quatschen und Zeit zu vertreiben und 'nur mal eben ein Bierchen' zu trinken. Das Resultat waren zwei super anstrengende Wochen mit total wildem Schlafrythmus und null Planung im Tagesablauf und trotzdem immer was zu tun – Semesterferien halt. Letzten Donnerstag ging die Orientierungswoche los und es gibt wieder einige geplante Events. Zum einen wieder die erste 'Taverna-Nacht', die allerdings bei weitem nicht so gut war wie letztes Semester und wieder einige Stadtrallyes und Kennenlernevents.

 

Als in Kölle Karneval gefeiert wurde war ich dann schon deprimiert überhaupt nicht dabei sein zu können und hatte mich eigentlich auf ein ruhiges Wochenende gefasst gemacht, woraus aber natürlich nichts wurde. An Weiberfastnacht ging nämlich hier auch das griechische Karneval los. Eine griechische Freundin, die nächstes Jahr Erasmus in Köln machen will, hat sich fest vor genommen mir zu zeigen wie gut diese Karneval hier sei und dass ich doch nicht so viel verpassen würde. Haha.

Also habe ich mir mein Gesicht schwarz angemalt, meine Haare und meinen Baart gelb gefärbt und mein BVB Trikot angezogen und wir sind losgezogen. Ab und zu hat man mal Musik aus ner Kneipe gehört, es wurde sehr viel gegrillt, einige Leute waren verkleidet. Die Dimension war noch geringer als beim Karnevalszug in Oberdrees und eigentlich hatte das kaum was mit Karneval zu tun sondern war einfach nur ein Event wo viele Leute grillen und zu normaler Musik gute Laune haben. Einfach nur ein Witz im Vergleich zu Köln aber trotzem war es ein ganz netter Abend.

Am Sonntag ging es dann nach Kozani, einer der drei Karnevalshauptstädte in Griechenland, um dort den traditionellen Kraneval zu feiern. Nach unserer Ankunft da hat mich das tatsächlich etwas an ein kleines Dorf beim Karneval erinnert, weil man einfach nur verkleidete Leute gesehen hat und es gab sogar einen Karnevalszug! Der war leider so unspektakulät, dass wir als Gruppe entschieden haben mitzugehen und die Leute am Straßenrand zu bestaunen.

Am Abend war das gleiche Bild zu sehen: Viel Feierei, viel gute Laune, aber wenig typisch karnevalistisches. Es war eine nette Erfahrung mal hier in Griechenland zu feiern aber eines ist gewiss: Nächstes Jahr werde ich ALLES dafür geben wieder im Rheinland zu sein.

 

Wettertechnisch habe ich gestern beschlossen dass der Winter endgültig vorüber ist, nachdem mir irgendwelche Herumlungerer meine Jacke geklaut haben. Das ist leider des öfteren passiert in den letzten Wochen und nachdem es mich erwischt hat wäre es dann fast zu Auseinandersetzungen zwischen der Gruppe Herumtreiber und der Gruppe Studenten gekommen, was wir aber gerade noch so verhindern konnten. Weil ich es überhaupt nicht einsehe nochmal für viel Geld eine dicke jacke zu kaufen ist für mich jetzt der Winter offiziel vorbei, Basta!

 

Gestern wollte ich dann nach dem Fußballspielen nur kurz duschen um dann zu abend zu essen, als ich die schockierende Nachricht bekommen habe, das einer meiner alten Mitspieler vom Volleyball gestorben ist. Anscheinend hat er wegen lauter Musik beim überqueren der Bahnschienen den Zug nicht gehört und wurde voll erfasst.

Diese Nachricht hat mich erstmal komplett umgehauen und richtig begreifen kann ich das immer noch nicht. Es ist einfach irreal und sowas von unverdient, dass ich das erstmal verdauen muss und die nächsten Tage schon hart werden.

 

Soviel für den Moment, hoffentlich habe ich nächstes mal wieder mehr gute Neuigkeiten und einen vernünftigen Lebensrythmus hier.

 

 

 

Sonntag, 01.02.2015

Ach Herrje, da ist mein Blog über die Weihnachtsferien doch total in Vergessenheit geraten und Ich hab es total verplant ihn zu aktualieseren – bis jetzt. Tut mir Leid für Alle, die eventuell auf ein Update gewartet haben, nun versuch ich mal den Januar im Schnelldurchlauf zu beschreiben.

 

Am 7. Januar ging mein Flieger von Berlin (wo ich eine Hausarbeit schreiben musste) zurück nach Thessaloniki. Dann hieß es erstmal zwei Tage lang mein Schlafdefizit auszukurieren.

Zu dem Zeitpunkt war es wirklich bitterkalt hier: Am ersten Morgen zurück in Griechenland hat das Thermometer mir -8 Grad angezeigt und natürlich musste ich zur Uni in drei Vorlesungen. Offensichtlich waren jedoch die Griechen solch eine Kälte nicht gewohnt, sodass sowohl Strom als auch Heizung und Wasser ausfielen. Kein Licht, nur Kälte, keine Klospülung und das den ganzen Tag lang. Das Einzige was funktioniert hat an dieser Uni war der (falsche) Feueralarm. Grundloses gepiepe 45 Minuten lang bei Arschkälte – traumhaft!

 

Am ersten Freitag ging dann das erste von vielen Abschieds-Events los: Ab in die Taverna und noch ein letzes Bierchen mit 'nem Freund trinken, der leider wieder gen Heimat muss. Beim Essen und ein paar Gläsern Wein haben wir spontan den Plan geschlossen, am nächsten Tag in ein Casino nach Mazedonien zu fahren.

 

Gesagt, getan: Das ganze ist super organisiert, ein Bus holte uns in Thessaloniki umsonst ab und brachte uns an die Grenze, von wo aus uns zum Casino gehörende Shuttlebusse zum etwa 5 Minuten entfernten Casino brachten. Dort gab es erstmal ein gutes Abendessen vom Buffet und so viele Drinks wie wir wollten umsonst und es war uns überlassen ob wir spielen wollten oder nicht. Das ganze klingt sehr verdächtig, doch so war es im Endeffekt: Keinen Cent bezahlt für die Fahrt, das Essen oder die Drinks. Im Casino haben wir (etwa 10 Leute) uns dann aufgeteilt und ich habe mich erstmal am Roulette-Tisch niedergelassen. Um Mitternacht gab es als kleines Geschenk von uns für das Geburtstagskind in unserer Mitte einen 20€ Gutschein zum spielen. Diese 20€ hat er sofort in einen Automaten gesteckt von dem keiner genau wusste wie das jetzt funktioniert. Fünf gedrückte Tasten später hatte er ein Guthaben von 522€!!! Mit entsprechend guter Laune gings noch zwei Stunden weiter bevor wir mitten in der nacht zurück nach Thessaloniki gefahren sind. Meine Bilanz ließ sich auch sehen: In ca zwei Stunden Roulette habe ich immerhin 40€ gewonnen :)

 

Am Montagabend gab es die nächste Abschiedsfeier, auf der ich nichts getrunken habe weil ja auch die Klausuren und Hausarbeiten anstanden. Gegen 23 Uhr hat mich dann mein Mitbewohner überredet, am nächsten Morgen um 6 ausfzustehen und mit vier Leuten Snowboard fahren zu kommen – na klar!

Also gings früh morgens los, mit dem Resultat dass wir die ersten auf der Piste waren. Nach ungefähr sechs Snowboard-freien Jahren war mein erstes Gefühl auf dem Brett doch sehr sehr wackelig und gerade zu Beginn gab es ein paar sehenswürdige Ausrutscher von mir zu bewundern. Nach einer halben Stunde ging es aber wieder und wir sind mit dem Sessellift nach oben um die langen Abfahrten zu nehmen. Endlich mal wieder Snowboard zu fahren hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, auch wenn mir am Ende des Tages wirklich jeder Muskel im ganzen Körper weh tat.

 

Die nächsten Wochen waren gezeichnet von der Klausurenphase: Wenige Feiern, wenig gute Stimmung und der einzige Grund des abendlichen Zusammenkommens waren Abschiede. Also haben die meisten Leute, mir inklusive, die Zeit mit Lernen und Erholen verbracht. Auch Sport machen konnte man ab Mitte Januar wieder ganz gut bei 15-20 Grad, also haben wir auch zwei mal die Woche ein bisschen Fußball gepsielt draußen auf dem Platz.

 

Letzten Donnerstag stand meine letzte Prüfung an, sodass Ich mich nun offiziel in den Semesterferien befinde. Auf den Schock habe ich erstmal zwei türkischen Freunden ein echt deutsches Essen gekocht (die Zutaten habe Ich original aus Deutschland importiert): Klöße mit Rotkohl und Hackbraten. Die beiden haben mich im September drei Tage bei ihnen wohnen lassen, als meine Wohnungssuche etwas schwierig verlief, darum das versporchenen Essen. Scheinbar hat es ihnen sogar geschmeckt, zumindest haben alle brav aufgegessen.

Gleichzeitig war das genau das dritte mal, dass Ich hier in Griechenland selbst gekocht habe. Es ist schon ein Luxus für faule Menschen nur fünf Minuten von der Mensa mit drei gratis Mahlzeiten am Tag zu wohnen :)

 

Nun ist also Ruhephase hier in Griechenland. Die Zeit habe ich genutzt um mir, diesmal hoffentlich ohne böse Überraschungen, eine neue Wohnung fürs nächste Semester zu organisieren. In zentraler Lage mit drei großen Zimmern und ca 70 Euro günstiger als bisher werde Ich, wenn alles klappt, mit einer Italienerin und einer Deutschen, die ich beide schon kenne, zusammen wohnen. Einziges Problem an der Lage: Viele Kneipen und Fast-Food Läden direkt vor der Haustür. Es wird eine sehr strenge Disziplin von mir nötig sein :)

 

Eine letzte Anekdote noch: Geht niemals in Griechenland ins Krankenhaus! Durch das Snowboard fahren und das ständigen auf-den-Arm-fallen hat sich scheinbar in meine Ellbogen irgendein Muskel entzündet. Nach einem Sturz drei Tage später beim Fußball war es dann soweit, dass ich meinen Arm einen Tag lang praktisch gar nicht mehr bewegen konnte. Also hab Ich mich auf den Weg in die Notaufnahme gemacht, nur um sicher zu gehen dass der Knochen nichts abbekommen hat. Der Raum war hoffnungslos überfüllt und der Arzt inkompetenter als ein Medeizinstudent im ersten Semester. Von einer Diagnose war er weit entfernt, er hatte gar keine Ahnung. Zumindest hat er mich zum Röntgen geschickt, wo mir gesagt wurde, dass der Knochen nicht gebrochen ist (was ich auf dem blöden Bild auch selbst gesehen hab). Also einfach nur zwei Wochen gar nicht belastet und es wird auch wieder deutlich besser. Auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, die Ich aber auf gar keinen Fall nochmal brauche.

 

Nach dem Superbowl heute Nacht geht es dann wahrscheinlich (noch nicht zu 100% sicher) am Mittwoch nach Istanbul für ein paar Tage. Dort besuche ich Axel, der mit mir zusammen in Bremen studiert und im Dezember auch für ein paar Tage hier in Thessaloniki war. Nach der Reise wird dann wohl der Umzug dran sein und dann kommen auch schon wieder die neuen Erasmus-Studenten und hier geht wieder richtig die Post ab.

 

Ich hoffe, dass ich mich dann wieder öfter an den Blog erinnern werde und dementsprechend häufiger kleine Updates schreiben kann :)

 

Mittwoch, 03.12.2014

Kaum bin ich in Greichenland angekommen, da ist auch schon Dezember. Echt wahnsinn wie die Zeit verfliegt.

In den letzten Wochen geht hier so ein wenig die Panik-Welle rum, weil alle auf einmal feststellen dass sie ja doch was für die Uni machen müssen. Deshalb kühlt das tägliche Feiern und Spaß haben etwas ab und es wird langsam ansatzweise normal hier :)

Trotzdem haben wir es zu sechst noch für drei Tage nach Athen geschafft. Samstag morgen um 6 los (im FLugzeug), konnten wir gegen 10 in unser Hotel einchecken und dann hoch auf die Akropolis. Was folgte, war das typische Sight-Seeing Programm und am Abend wieder mal eine Party. Am Sonntag haben wir uns das alte Stadion ageguckt, Gärten und das Parlament. Highlight war dann ein Besuch bei McDonalds, weil es den in Thessaloniki nicht gab und wir alle richtig Appetit darauf hatten.

Am Montag waren rieseige Demonstrationen in ganz Griechenland angekündigt und die Größte natürlich in Athen. Also haben wir uns das alte Forum samt Museum angeguckt und sind dann auf einen Berg am Rande der Stadt hoch gelatscht um den Sonnenuntergang zu sehen. Schon auf dem Weg dorthin sah man hunderte Polizisten und mindestens jede zweite Straße war abgesperrt und mit Polizeibussen gesichert. Oben war es dann wirklich schön. DIe Sonne ging langsam unter und die Lichter langsam an, für mich das Highlight des Ausflugs. Besonders reizvoll wurde es gemacht durch die Rufe. Pfiffe und Parolen die von der Demonstration ausgehend die ganze Stadt erfüllten und auch auf den Ber hochgeschallt sind.

Mein Fazit von Athen ist trotzdem wenig positiv. Die Stadt ist einfach zu sehr auf Tourismus gepolt. Überall waren Zäune und Schilder, vieles war verboten und es war viel zu eng und gequetscht alles. Außerdem gab es für jedes Gebäude Öffnungszeiten und, wenn man nicht gerade Student ist, muss man auch überall Eintritt zahlen. Also bin ich super froh, dass es mich nach Thessaloniki verschlagen hat und Ich weiß mein Glück hier noch mehr zu schätzen :)

Unimäßig muss ich allerdings auch  einen Zahn zu legen. Drei Essays muss ich bis Januar schreiben. Das erste ist soeben fertig geworden und die anderen beiden wollte ich eigentlich vor Weihnachten durch haben, was aber kaum möglich ist. Sonst besuche ich brav meine Vorlesungen. Einige sehr gerne, Andere sind mehr eine Qual aber so ist es ja immer.

Das einzige Probelm ist, dass es total viel regnet hier in den letzten Wochen. Da denk ich mir nur immer wieder: Dafür bin ich nicht nach Greichenland gekommen, das hätte Ich in Deutschland auch haben können...

Also haben wir hier deutsches Oktoberwetter im Dezember und von Weihnachtsfeeling nicht der Hauch einer Spur.

Immerhin habe Ich es endlich geschafft ein paar Bilder von meinem Zimmer zu schießen. Da Ich Gäste empfangen habe musste es eh aufgeräumt werden und die Möglichkeit habe ich dann genutzt!

So weit so gut, hoffentlich schaffe Ich es mich nochmal vor Weihnachten zu melden. Euch allen bis dahin eine schöne Adventszeit und (hoffentlich) bis bald :)

 

Freitag, 07.11.2014

Jetzt sind fast 3 Wochen ohne Post von mir vergangen. Das ist nicht der Langeweile hier geschuldet sondern dem genauen Gegenteil. Der Tag hier müsste so 30 Stunden haben, damit ich halbwegs bei allen Sachen up-to-date bleibe.

 

In den letzten Wochen geht die Tendenz von vielen Partys und nur treffen und quatschen in der Stadt zu mehr Trips.

So waren wir zuerst einen Samstag in Meteora. Das ist eine Stadt in Griechenland, die berühmt ist für ihre alten Klöster in den Bergen. Der Anblick war schon beeindruckend. Auch bemerkenswert war die Fahrt dorthin: Es gibt hier unendlich viele schöne, unberührte Landschaftsflecken. Jeder davon wäre in Deutschland ein echtes Highlight, hier ist es einfach nur normale Natur.

Bei den Klöstern angekommen war die Aussicht dann wieder wunderschön und das Innere konnte man sich auch anschauen, was aber so umwerfend nicht war. Die Rückfahrt war das größere Problem: Um Punkt 19.30 Uhr Ohrtszeit stecke Ich mir meine Kopfhörer in die Ohren und schalte das BVB-Netradio an um das Bundesligaspiel mitzukriegen. Um 19.33 Uhr versagt mein mobiles Internet und ich habe KEINE Möglichkeit mehr das Ergebnis nachzugucken!!!

 

Letztes Wochendene ging es dann für zwei Tage nach Sofia. Mit dem Nachtbus am Freitag Nacht um 1 los waren wir gegen 7 Uhr morgens da und konnten noch ein kleines Nickerchen halten, bevor wir los gegangen sind. Zuerst gab es eine von jungen Erwachsenen und Studenten organisierte gratis Stadtführung über ca. 2,5 Stunden. Die war super gemacht und hat einen Überblick über alle wichtigen Gebäude und Plätze der Stadt und auch über ihre Geschichte gegeben. Danach gab es einen Kaffee und Mittagessen, gefolgt von einer eigenen Erkundungstour. Die führte durch die Alexander-Newski-Kathedrale und die St. Georg Rotonda, über den beeindruckenden zenrtalen Platz des Kommunismus, das Badhaus, den Markt und die heißen Quellen bis zur Adlerbrücke. Für mich persönlich am mächtigsten war der große Platz im Stadtzentrum, der von den drei Kerngebäuden der kommunistischen Partei umgeben ist (Die Gebäude sind mittlerweile anders genutzt). Auf den Seiten zwei riesige Gebäude im Neo-Stalinistischen Stil und auf den Kopfseiten das Hauptgebäude der Partei (ehemals mit dem roten Stern auf dem Dach) und die Statue von Lenin (mittlerweile eine Statue der heiligen Sophia).

Am Abend waren wir typisch bulgarisch Essen mit zwei Musikern, die von Raum zu Raum gezogen sind und klassische bulgarische Musik gespielt haben. Auf Nachfrage des Kellners musste Ich meine Nationalität bekanntgeben, woraufhin die Musiker ein bayerisches Volkslied angestimmt haben (Fragt mich nicht welches. Ich hab das schon ein paar mal gehört, aber normalerweise wird dann schnell auf Karnevalsmusik umgeschaltet).

Am Sonntag war dann Kultur angesagt: Zuerst gings ins archäologische Museum und danach etwas stadtauswärts ins Museum für sozialistische Art. Das archäologische Museum hatte Gegenstände von vielen Jahrtausenden über die menschliche, kirchliche und natürliche Geschichte der Erde und hatte mich fast 3 Stunden tief in seinem Bann. Einfach beeindruckend. Das Museum für sozialistische Art war etwas weniger besucht (wir waren die einzigen dort), aber trotzdem nicht weniger interessant. An den vielen Statuen konnte man etwas vom vergangenen Kommunismus, von der politischen Einstellung und von der Propaganda beinahe greifen. Die Bilder von mir zeigen den originalen roten Stern, der auf dem Parteigebäude prangte, die Lenin-Statue von dem Sockel des großen Platzes und vom einzigen Deutschen da: Karl Marx.

Danach gab es wieder Kaffee und ein wenig Erholung in einem Park mitten in der Stadt.

Also ging es am Sonntag Abend um 20 Uhr zurück und nach 5 Stunden Schlaf am Montag morgen in die Uni.

Die Gruppenfotos von der Party sind am Montagabend entstanden, als wir eine Geburtstagsparty für ein Mädel aus Spanien gefeiert haben. Nur anhand dieser drei beschriebenen Tage könnt ihr euch vielleicht mein Schlafpensum und die Rarität meiner freien Zeit vorstellen.

 

Einen weiteren Wermutstropfen muss Ich euch auch noch gerade darstellen: Die großen Erasmus-Partys werden hier immer an einem Mittwoch organisiert. So war es letzte Woche mit der Halloween Party und so wird es die nächsten Wochen auch sein. Leider habe ich am Donnerstag Morgen um 10 Uhr eine Steuerrecht-Vorlesung, die so interessant ist wie sie klingt. Also gibt es für mich am Mittwoch nichts zu feiern und Ich muss immer schon gegen 2-3 Uhr nachts nach Hause gehen (Da gehen die meisten Partys erst richtig los).

 

Naja Ich hoffe, mein nächster Eintrag lässt nicht wieder so lange auf sich warten und bin gespannt was die nächsten Tage und Wochen noch so bringen :)

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 21.10.2014

Langsam aber sicher pendelt sich hier sowas wie ein Alltag ein. 

In meiner Wohnung gibt es zwar immer noch kein Internet, aber immerhin versteh Ich mich mit meinem Mitbewohner super und freue mich total, die Wohnung gefunden zu haben. Bilder werden allerdings etwas schwierig, da ich Diese beim Einzug vergessen habe und seitdem absolut unfähig bin auch nur ansatzweise Ordnung in die Bude zu bringen ;)

Die einzige Besonderheit der letzten Woche war wohl, dass mein Griechisch-Intensivsprachkurs begonnen hat. Jeden Tag 3,5 Stunden pauken und dann mal schauen was dabei rauskommt. Immerhin kann Ich nun schon die Buchstaben lesen und ganz grundlegende Sachen wie 'Hallo, wie geht es dir', 'Ich komme aus Deutschland, wohne in Thessaloniki und studiere Jura', oder 'Wollen wir einen Kaffee trinken gehen?' sagen. Nach dem Sprachkurs finde Ich hoffentlich einen Tandem-Partner, der mir Griechisch beibringt und im gegenzug von mir Deutsch lernt.

Einige haben vielleicht vor meiner Abreise schon mitbekommen, dass die Universität hier gratis Essen an Studierende austeilt. Von diesem Angebot wurde in der letzten Woche ordentlich Gebrauch gemacht: Ich habe es immerhin auf 19 gratis Mahlzeiten in 7 Tagen geschafft. Das Essen ist zwar eigentlich sehr schlecht, aber für jemanden wie mich mit null kulinarischen Ansprüchen völlig ausreichend. Das gesparte Geld kann man ja dann woanders rein invesiteren.

Dieses 'Woanders' war am letzten Wochende für mich der Sport. Am Samstag haben wir mit ca. 15 Leuten das absolute Spitzenderby ARIS vs. PAOK Thessaloniki im Basketball gesehen. Schon vor der Halle hat man gemerkt, dass die Fankultur eine wirklich ganz andere ist: Es war kein einziger Auswärtsfan zu sehen, weil es schlichtweg zu gefährlich ist. Von den Heimfans wurden Autos unter die Hallentreppen gefahren, sodass zig Leute einfach so in die halle klettern konnten. Drin war die Stimmung einfach bombastisch. In der geschlossenen Halle wurden auch einfach mal Böller und Bengalos gezündet und die Atmosphäre war riesig. Der Anpfiff war ursrpünglich auf 17 Uhr gesetzt, um 18.45 hatten wir gerade 19 Minuten vom Spiel gesehen und die Halle wurde von Fans geräumt. Zuerst wurden vor und beim Anpfiff so viele Sachen aufs Spielfeld geworfen, dass erst alles sauber gemacht werden musste, dann wurde der Schiedsrichter im Laufe des Spiels zwei mal von harten Gegenständen getroffen und hat eine Wunde davon getragen. Also sind alle Spieler in die Umkleiden gerannt und die Fans wurden rausgeworfen. Trotzdem hat sich der Besuch gelohnt, so etwas erlebt man in Deutschland nicht. Die ganze Fankultur ist hier noch viel roher und aggressiver.

Am Sonntag ging es dann für mich und meine zwei Gäste aus der ersten Woche (die nochmal nach Thessaloniki gekommen sind) zum Ligaspiel von PAOK. Auch hier wurden wieder Bengalos und Kanonenschläge gezündet, laut gesungen und eine Tür gestürmt, sodass etliche Fans einfach so reinkamen. PAOK hat das Spiel auch noch 2:1 gewonnen und ist im Moment Tabellenführer der ersten Liga. Mir gefällt der Sport hier absolut und Ich bin mir sicher dass ich noch viele weiter Spiele, sowohl im Fußball als auch im Basketball, live verfolgen werde. 

Letzte Nacht konnte Ich das erste mal seit gefühlt Wochen aussschlafen und bin nach 12 Stunden Tiefschlaf immer noch total müde vom Wecker geweckt worden :)

So weit so gut, der Rest der Woche wird dann wieder anstrengender mit einer geplanten "griechischen Nacht", einem "Taverna-Abend" und vielleicht einem Tagesausflug zur Stadt Meteora.

Der nächste Eintrag folgt dann hoffentlich von meiner Wohnung aus, wenn die hier das Internet mal hinbekommen. Ab und zu sieht man den Unterschied zu Deutschland dann doch sehr deutlich :D

 

Montag, 13.10.2014

SO, endlich habe Ich es mir mal in der Bibliothek gemütlich gemacht und habe Zeit zu schreiben.

Das wichtigste zuerst: Ich habe nun eine Wohnung. Zuerst waren wir am Dienstag zu dritt bei einem Makler. Der hat uns eine richtig gute Wohnung in top Lage und drei großen Zimmern gezeigt. Also haben wir vereinbart am Mittwoch morgen de Verträge zu unterschreiben und die erste Miete zu bezahlen und alles wäre gut gewesen. Mittwoch morgen gehen wir in sein Büro und er sagt uns, dass wir die Wohnung nicht bekommen können. Angeblicher Grund: Die Schwester von der Ehefrau des Eigentümers ist pleite und die Wohnung muss verkauft werden...

Also ging am Mittwoch die Suche von vorne los weil der Makler nichts anderes hatte. Nach drei Maklern hatte Ich dann etliche Wohnungen gesehen die entweder unfassbar scheußlich oder viel zu teuer waren. Dann hat mir jemand die Nummer einer anderen Maklerin gegeben, die tatsächlich noch etwas parat hatte: Nun wohne ich seit Freitag in einer Wohnung mit zwei Schlafzimmern, Küche und Bad. Alles ist renoviert und neu, sodass es echt ganz gemütlich ist. Mein Mitbewohner ist Erasmus-Student aus Syrien, der die letzten zwei Jahre in Istanbul gelebt hat und der einen sehr netten und lustigen ersten Eindruck macht. Ende dieser Woche haben wir dann auch Internet und einen Ofen, sodass wir erstmal einkaufen gehen können (Ein Topf, Besteck, Geschirrhandtücher oder ein Duschvorhang wären ja mal ganz nützlich).

Ansonsten habe Ich in der ersten Woche schon zwei Vorlesungen wegen dem Wohnungsstress verpasst. Der generelle Eindruck bleibt jedoch positiv, da die Professoren alle gutes Englisch sprechen und zumindest etwas Ahnung von Vorlesungen haben. Klausuren werden für mich dieses Semester kaum ein Problem sein. Fast alle Leistungen werden in Form von Hausarbeiten und Essays erbracht. Heute beginnt dann mein 2-wöchiger Intensivsprachkurs, an dem Ich in 4 Stunden am Tag zumindest grundätzliches Griechisch lernen will.

In unserer Freizeit unternehmen wir als Erasmus-Stundenten immer noch unglaublich viel zusammen. Die Situation dass Ich zuhause einfach mal entspannen oder ein Nickerchen halten kann gab es in den letzten drei Wochen genau null mal. In einer Nacht schlafe Ich durchschnittlich nur 4-5 Stunden und ich bin absolut überrascht wie ein sehr schlafbedürftiger Körper so etwas wegstecken kann!

Letztes Wochenende haben wir mit 150 Leuten einen Trip in die Stadt Xanthi gemacht, wo wir neben der Innenstadt noch einen Club, zwei Museen und einen See, auf welchem eine traditionelle griechische Kapelle gebaut war, gesehen haben. Am Sonntag waren wir dann im "Riverland", wo man auf einem anbgegrenzten Gebiet an einem sehr großen, flachen Fluss Sachen wie Bogenschiessen, Kanu fahren, wandern oder Seilbahn fahren machen konnte. Bei strahlendem Sonnenschein war das echt ein gelungener Tag mit zumindest ein wenig körperlicher Aktivität.

An diesem Wochenende waren wir erst auf der Burg hier in Thessaloniki, von welcher aus man die Stadt sehr gut sehen kann. Abends ist das echt ein Besuch wert, obwohl der Bus nicht kam und wir mindestens eine millionen Treppenstufen klettern mussten um dahin zu kommen!

Am Sonntag sind wir dann ca 2 Stunden Bus gefahren um nach Edessa zu kommen. Das ist ein Ort der berühmt ist für seine Wasserfälle. In einer kleineren Gruppe (ca 30 Leute) haben wir dann wieder einen Touri-Tag draus gemacht und etwas von Griechenland gesehen. Einfach mal etwas Kultur zu machen ohne zu trinken/feiern ist ja auch ab und zu ganz schön :)

Zu guter Letzt noch das absolute Lieblingswort der Leute hier: Gruppenfoto! Es ist unfassbar WIE VIEL man hier fotografiert wird und wie oft man sich in Gruppen zusammenquetscht um für die Kamera zu grinsen. In meinem letzten Eintrag sind ja schon einige wenige zu sehen, hiermit kommen noch mal mehr. Für einen fotofaulen Menschen ist das manchmal echt anstrengend nicht die Nerven zu verlieren und trotzdem brav zu grinsen.

Für den Rest der Woche ist nicht mehr viel geplant, doch eines weiß Ich jetzt schon: Freizeit werde ich keine haben und Schlaf nur sehr wenig bekommen :)

 

Eine griechische Kapelle

Freitag, 10.10.2014

Nur mal ein kleines Lebenszeichen von mir: 

Ich habe immer noch keine neue Wohnung gefunden (bin aber hoffentlich nah dran) und schlafe deswegen auf diversen Sofas von verschiedenen Freunden hier.

Internet habe ich somit auch kein regelemäßiges und Zeit, Blog zu schreiben auch nicht. Aber es geht mir soweit sehr gut, die Vorlesungen sind qualitativ überraschend gut und Mitte Oktober haben wir noch 25°.

Ich hoffe, dass sich Mitte/Ende nächster Woche mal etwas mehr Zeit zum berichten finden lässt :)

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